Sterne über Mosambik
Auf der Jagd nach dem 10 m Hai!
?Auge in Auge mit dem zehn Meter Hai?: Dieser Titel liegt bereits abgespeichert im Hinterkopf, als wir uns auf ?Hai-Safari? vor die Küste Afrikas begeben.
Eindrücke aus Mosambik, einem der am wenigsten besuchten Länder unserer Erde.
Walhaie: Die größten Haie der Welt, bis zu 12 Meter können sie lang werden. Giganten der Meere ? jedoch absolut ungefährlich, da reine Planktonfresser. Nur wenige Orte gibt es, an denen sie sich regelmäßig versammeln, einer davon ist der Indische Ozean vor dem Festland Südostafrikas.
Es klingt wahnsinnig aufregend: Mit dem Boot eine Stunde aufs offene Meer raus, dann rein ins Wasser und zwischen den Ungetümen ganz gemütlich herumpaddeln. Schon seit zwei Monaten sind sie Tag für Tag an derselben Stelle zu beobachten gewesen. Obwohl die Saison zu Ende geht, spricht nichts dagegen, dass auch wir sie zu Gesicht bekommen werden. Doch vorerst kein Anzeichen von haiverseuchten Gewässern. Wir gesellen uns zur Abwechslung zu einem Schwarm Delphine und schwimmen mit, solange die Kräfte reichen. Aber das sollte es auch schon gewesen sein. Denn die Natur ist nicht berechenbar?.
Aus der Traum vom Riesenhai.
Mama Africa is dying Themenwechsel. Unterwegs mit dem schwedischen Aids-Worker Fridolph Jasper. Seit drei Jahren macht er in Mosambik Aufklärungsarbeit in Sachen Aids. 15 Prozent der Menschen zwischen 15 und 50 Jahren sind bereits infiziert, in Swasiland sind es 25 Prozent, in Botswana sogar schon 35. Nur rund jeder tausendste Erkrankte bekommt eine Behandlung, das sind dann meist ?Schlüsselpersonen? mit guter Ausbildung, die für die Regierung wichtig sind. Kurzfristige Lösungsansätze gibt es keine, eine erfolgreiche Präventionsarbeit wird rund eine Generation brauchen, um zu greifen. Dass die Amtskirche nach wie vor gegen Kondome ins Feld zieht, ist da nicht unbedingt hilfreich.
Sterne über Mozambik
Ilha de Mocambique: Eine der exotischsten Destinationen Afrikas. Nach der Landung von Vasco da Gama 1498 war die Insel bis Ende des 19. Jahrhunderts Hauptstadt von Portugiesisch-Ostafrika. Die engen Gassen und Häuser des UNESCO-Weltkulturerbes ? teils renoviert, teils zur Geisterstadt verkommen ? strahlen einen historischen Charme aus, wie er selten sonst wo so authentisch zu spüren ist.
Ibo: Eine weitere kleine Insel ganz oben im Norden, nahe Tansania, berühmt-berüchtigt als Folterbastion der ehemaligen portugiesischen Kolonialmacht. Hier gibt es keinen Strom, kein künstliches Licht beeinträchtigt den Sternenhimmel. Majestätisch taucht das Kreuz des Südens am Horizont auf. Das Kreuz des Südens ? jene unübersehbare Sternenkonstellation, die schon in frühen Zeiten den Seefahrern half, sich in der südlichen Hemisphäre zu orientieren. Genauso prachtvoll der Zentaur mit den hellsten Kugelsternhaufen des Nachthimmels. Und darüber der Skorpion mit der rötlichen Antares: einem Riesenstern, 740 Mal größer als unsere Sonne.
Das Jahrhundert-Schlagloch
Die Straßen Afrikas werden mit den Jahren besser; aber keine Angst, es gibt sie noch, die guten alten Rumpelpisten, auf denen alle zehn Meter ein Schlagloch von der Größe eines Swimmingpools wartet. Wer mit dem Auto Mosambik von Nord nach Süd durchquert, ist zehn Tage unterwegs ? wenn er Allrad hat. Sonst wird er es wahrscheinlich in 100 Jahren nicht schaffen ?.
Mit einem tschechischen Pärchen und einem Fiat Punto auf dem Rückweg in die Hauptstadt Maputo. Wir sind zu spät dran, es ist bereits Nacht, stockdunkelfinster, und es regnet in Strömen.
Wummmm! - Raus aus dem Auto, nachschauen: Was ist passiert? Das gibt?s doch nicht: Wir haben ?die Mutter aller Schlaglöcher? voll erwischt, beide linke Reifen sind in Stücke gerissen! Doch ?no problem?: Wir haben ja zwei Ersatzreifen dabei. Dann bricht beim Aufbocken der Wagenheber ...
Was jetzt kommt, ist eines der Mysterien Afrikas. Wie aus dem Nichts tauchen Menschen aus der tiefschwarzen afrikanischen Nacht auf, wenige Minuten später hat jemand ein Ersatzwerkzeug organisiert, eine halbe Stunde später sind wir wieder startklar. Danke Afrika für deine Improvisationskunst und deine wunderbaren Menschen!
gerfried wanker-tiffner
